BACHELORARBEIT

Théâtre pour enfants
Paris

 

Die ASSITEJ (Association Internationale du Théâtre pour l’Enfance et la Jeunesse) wurde 1965 in Paris gegründet und vereint heute rund 80 nationale Zentren auf der ganzen Welt. Ihr Ziel ist es, das Theater für junges Publikum nachhaltig zu fördern und weiterzuentwickeln. Dabei geht es nicht nur um die Unterstützung professioneller Produktionen, sondern auch darum, Orte zu schaffen, an denen Kinder und Jugendliche selbst Theater erleben, erproben und gestalten können.

 

Anlässlich ihres 60-jährigen Bestehens plant die ASSITEJ die Errichtung eines neuen Theatergebäudes in ihrer Gründungsstadt Paris. Entstehen soll ein lebendiges Zentrum, das Aufführungen auf internationalem Niveau beherbergt, kulturelle Begegnungen ermöglicht und Programme zur interkulturellen Vermittlung und kreativen Bildung anbietet. Dieses neue Haus soll mehr sein als ein Theater: Es wird als offene Plattform gedacht, als ein dynamischer Ort des Austauschs, Lernens und künstlerischen Experiments. Es richtet sich an Kinder und Jugendliche ebenso wie an Künstler*innen, Pädagog*innen und Besucher*innen aus aller Welt – ein Raum für die Theaterkunst der nächsten Generation.

 

Im Rahmen dieser Entwurfsaufgabe sind Sie eingeladen, ein neues Theaterzentrum für die ASSITEJ in Paris zu entwerfen. Ziel ist es, einen Ort zu gestalten, der vielfältige Nutzungen vereint: professionelle Aufführungen, Workshops, Bildungsangebote und internationale Begegnungen. Der Entwurf soll ein offenes, inspirierendes und inklusives Gebäude schaffen, das Theater als kulturelle Praxis sichtbar macht und die kreative Energie junger Menschen fördert.

 

Das Raumprogramm umfasst einen großen, flexibel bespielbaren Theatersaal für etwa 300 bis 500 Besucher*innen sowie kleinere Blackbox-Studios oder Werkstattbühnen für experimentelle Formate und Aufführungen von Kindern und Jugendlichen. Ergänzt werden diese durch Proberäume, kreative Werkstätten für Bühnenbild, Kostüm und Requisiten sowie multifunktionale Bildungsräume für theaterpädagogische Angebote und offene Ateliers. Kommunikations- und Aufenthaltsbereiche wie ein großzügiges Foyer, ein Café mit Außenbereich und offene Loungezonen laden zum Austausch und Verweilen ein. Darüber hinaus sind einfache Gästeunterkünfte für internationale Workshop-Teilnehmende und Künstler*innen vorgesehen.

 

Auch Außenflächen spielen eine wichtige Rolle: Sie sollen als Bühne für Theater im öffentlichen Raum dienen und Proben oder Workshops im Freien ermöglichen. Der Entwurf soll Räume schaffen, die Offenheit, Kreativität und kulturelle Vielfalt räumlich erlebbar machen.

 

Architektonisch stehen Fragen im Zentrum wie: Wie kann Architektur Kreativität und Spiel ermöglichen? Wie kann kulturelle Vielfalt sichtbar werden? Wie können Räume flexibel auf unterschiedliche Nutzungen und Altersgruppen reagieren? Welche Strategien erlauben eine Öffnung zum Stadtraum? Und wie lässt sich Nachhaltigkeit ganzheitlich in Konzept und Gestaltung integrieren?

 

Sie sind dazu eingeladen, nicht nur ein Gebäude, sondern einen lebendigen, wandelbaren Ort für die Theaterkunst der Zukunft zu entwerfen – einen Ort, der junge Menschen inspiriert und die Stadt bereichert.


Fina Dettki

Der Entwurf des neuen ASSITEJ-Theaters anlässlich des 60-jährigen Bestehens schafft ein lebendiges Zentrum für Kinder und Jugendliche, das internationale Aufführungen, interkulturelle Programme und kreative Bildung bietet.

Städtebaulich prägt das Gebäude den Theaterplatz an der Metrostation Quai de La Rapée, öffnet die Sicht auf die Seine und integriert sich durch seine vertikale Organisation in das von hohen Wohnbauten geprägte Umfeld.

Architektonisch gliedert sich der Bau in einen Sockel aus Kalkstein mit Bildungs- und Atelierbereichen sowie einer großen Außentreppe für Veranstaltungen, und einen schwebend wirkenden Holzaufbau mit vorgehängter Lochblechfassade. Das Theater stapelt Bühnen übereinander, verbindet die Ebenen durch farbige Treppen und eine Rutsche und bietet eine Hauptbühne mit 304 Plätzen sowie zwei Blackboxen. Die Gestaltung vermittelt Offenheit zur Stadt und macht den Besucherweg selbst zum Theatererlebnis.



Tabea Eschemann

Zum 60-jährigen Bestehen der ASSITEJ entsteht an der Metrostation Quai de La Rapée in Paris ein neues Kinder- und Jugendtheater, das sich zum Wasser und zu angrenzenden Plätzen öffnet. Herzstück ist ein zentraler, multifunktionaler Saal mit großer Sitztreppe, die Zuschauerraum, Bewegungs- und Bühnenraum verbindet und informelles, interaktives Spiel ermöglicht. Das symmetrische Gebäude beherbergt an den Seiten Blackboxen, Werkstätten, Ateliers, Verwaltung und Gastronomie. Keramikfassade, hölzerne Fachwerkträger und ein Gründach schaffen Offenheit, visuelle Verbindung zum Innenraum und eine harmonische Einbettung in die Umgebung.



Venus Farhoudi 

Anlässlich des 60-jährigen Bestehens der ASSITEJ entsteht am Quai de la Rapée in Paris ein neues Zentrum für Kinder- und Jugendtheater, das Kreativität, künstlerisches Experimentieren und kulturelle Teilhabe fördert. Das Gebäude öffnet sich zur Stadt und zum Wasser, verbindet Plaza Mazas mit der Seine und schafft mit Workshops, Ateliers und Werkstätten einen lebendigen Ort des spielerischen Lernens. Herzstück ist eine zentrale Plaza mit 360‑Grad-Blick und darüber ein großer Saal in muschelähnlicher Form. Tragwerk, offene Raumgestaltung und städtebauliche Integration erzeugen ein pulsierendes, inspirierendes Theaterhaus, das Begegnung, Inspiration und gemeinsames Gestalten ermöglicht.