KONSTRUKTIVES PROJEKT

Stadtarchiv Potsdam

 

Archive und Bibliotheken werden oft gemeinsam als Kultureinrichtungen bezeichnet, unterscheiden sich jedoch grundlegend in ihrer Funktion. Während Bibliotheken Wissen verbreiten, bewahren Archive das Original – einmalige Zeugnisse von Geschichte, Verwaltung und Gesellschaft. Archivgut ist nicht ausleihbar; seine Nutzung erfolgt ausschließlich in den Lesesälen.


Das Stadtarchiv Potsdam ist derzeit auf zwei Standorte verteilt – das Hauptarchiv in der Stadt und das Zwischen- bzw. Verwaltungsarchiv im Ortsteil Groß Glienicke. Für Letzteres soll nun ein neuer Standort in der Potsdamer Innenstadt gefunden werden.

Ziel der Aufgabe ist es, ein nachhaltiges und zukunftsweisendes Archivgebäude zu entwerfen, das die Anforderungen der sicheren Aufbewahrung mit Offenheit und Zugänglichkeit verbindet – ein Haus des Gedächtnisses und der Begegnung im Herzen der Stadt. 


Camilla Kopplow & Hanna Mons

Das Archivum Terrae versteht sich als öffentlicher Raum für gelebte Kultur, Erinnerung und Geschichte. Es gehört den Bürgerinnen und Bürgern: offen zugänglich, inklusiv und frei erfahrbar im Sinne eines Right to Roam.

Gleichzeitig verlangt das Archiv Respekt gegenüber seinem Inhalt. Das bewahrte Archivgut wahrt seine Integrität, zentrale Bestände stehen unter besonderem Schutz. Der Ort selbst vermittelt Würde, Achtsamkeit und Verantwortung gegenüber dem Überlieferten.

Errichtet im Einklang mit der Umwelt, folgt das Archivum Terrae einer konsequent klimafreundlichen Bauweise. Der Einsatz nicht erneuerbarer Materialien wird auf ein Minimum reduziert. Architektur, Konstruktion und Betrieb orientieren sich an den Prinzipien der Nachhaltigkeit, Langlebigkeit und Ressourcenschonung.



Celina Bröcker & Emily Henne

Der Entwurf für das Stadtarchiv Potsdam reagiert auf die besondere Lage westlich der Havel an der Türkstraße und vermittelt zwischen urbanem Raum und Flusslandschaft. Die architektonische Idee basiert auf einer klaren Gliederung aus einem massiven Archivkern und einer leichten, umlaufenden Gebäudestruktur.

Im Zentrum steht ein kompakter Archivkörper aus Kalksandstein, dessen hohe Speichermasse optimale Bedingungen für die Feuchte- und Klimaregulierung der Archivalien schafft. Der Kern ist vollständig automatisiert und wird von gläsernen Brücken durchzogen, die Einblicke in die internen Archivprozesse ermöglichen und das Archivieren räumlich erlebbar machen.

Den Kern umgibt eine leichte Holzkonstruktion, welche die öffentlich zugänglichen Nutzungen aufnimmt. Ein regelmäßiges Raster von 3,75 m bestimmt dabei sowohl die Tragstruktur als auch die Fassadengliederung und schafft eine klare, flexible und nachvollziehbare Ordnung.

Das Gebäudeinnere wird durch verspringende Ebenen, großzügige Treppenanlagen und offene Blickbeziehungen geprägt. Der westlich gelegene Haupteingang führt in ein großzügiges Foyer, dessen zentrale Freitreppe die unterschiedlichen Ebenen miteinander verbindet. Ein großer Luftraum und die transparente Fassadengestaltung stärken den öffentlichen Charakter und eröffnen Ausblicke zur Havel.

Die südliche Gebäudeseite orientiert sich mit Aufenthalts- und Verleihbereichen zum Wasser, während die übrigen Fassaden zurückhaltender gestaltet sind und auf die angrenzenden Stadträume reagieren. Im Norden bildet eine kleinere Treppenanlage das räumliche Gegenstück zum Haupteingang.

So entsteht ein Archivgebäude, das Offenheit und Schutz, Öffentlichkeit und Konzentration miteinander verbindet und dessen konstruktive sowie räumliche Ordnung konsequent nach außen ablesbar bleibt.



Julian Giro & Hannes Küsel

Das Archivum Urbis vereint die Funktionen eines Archivs mit der Offenheit einer Bibliothek. Als Ort des kulturellen Gedächtnisses bewahrt es Geschichte und Wissen dauerhaft für kommende Generationen, während es zugleich Raum für Austausch, Forschung und Begegnung bietet.

Die transparente Architektur schafft durch den hohen Glasanteil eine enge Verbindung zwischen Gebäude, Stadt und Havel. Das Archiv präsentiert sich nicht als abgeschlossener Speicher, sondern als offener und einladender Ort. Das Café im Erdgeschoss aktiviert den öffentlichen Raum und lädt Besucherinnen und Besucher zum Verweilen ein.

In den oberen Geschossen eröffnen sich weite Ausblicke auf die Stadt und die Flusslandschaft. Außenbereiche und Austritte erweitern die Aufenthaltsqualität und ermöglichen vielfältige Blickbeziehungen zum Stadtraum.

Ein zentraler Bestandteil des Konzepts ist die aktive Nutzung der Bestände. Archivmaterial kann ausgeliehen, untersucht und vertieft werden. Dafür stehen großzügige Arbeits- und Lesebereiche zur Verfügung, die durch mehrgeschossige Raumhöhen und natürliches Tageslicht geprägt sind und optimale Bedingungen für konzentriertes Arbeiten schaffen.

So entsteht ein lebendiger Wissensort, der Bewahren und Vermitteln, Geschichte und Gegenwart sowie Gebäude und Stadtraum miteinander verbindet.



Kilian Zander & Mattis Carstens

Der Entwurf für das Stadtarchiv Potsdam positioniert sich am historischen Stadtkanal und in unmittelbarer Nachbarschaft zur mittelalterlichen Stadtmauer. Durch die Aufnahme bestehender Straßenfluchten fügt sich das Gebäude selbstverständlich in das gewachsene Stadtgefüge ein. Auf der rückwärtigen Seite entsteht eine geschützte Freifläche mit Baumpflanzungen, die als Aufenthalts- und Erholungsbereich genutzt werden kann.

Das Gebäude gliedert sich in drei funktional differenzierte Baukörper. Im Zentrum befindet sich das dreigeschossige Archivmagazin, das von zwei zweigeschossigen Riegeln flankiert wird. Ein umlaufender Rundgang verbindet die Gebäudeteile miteinander und schafft eine klare Orientierung. Der zwischen Magazin und Erschließung angeordnete Lichtspalt führt Tageslicht tief in das Gebäudeinnere und verleiht den Erschließungszonen eine hohe Aufenthaltsqualität.

Die Konstruktion basiert auf eigenständig organisierten Mauerwerkskörpern mit sichtbarer Materialität. Innen sorgen weiß geschlämmte Kalksandsteinwände für eine helle und ruhige Arbeitsatmosphäre. Fassadennischen und Oberlichter schaffen qualitätsvolle Arbeitsplätze mit natürlicher Belichtung.

Durch die klare Gebäudestruktur, die robuste Materialität und die sensible Einbindung in den historischen Kontext entsteht ein zeitgemäßes Archivgebäude, das den öffentlichen Charakter der Institution stärkt und einen respektvollen Dialog mit seiner Umgebung führt.



Lara-Marie Schütze & Mertcan Zeytunlu

Der Entwurf für das neue Stadtarchiv Potsdam entwickelt sich unmittelbar aus seinem konstruktiven System. Das Grundstück an der Havel zwischen Türkstraße und Kanal bildet den städtebaulichen Rahmen für eine klar strukturierte architektonische Setzung. Grundlage ist ein Holzskelettbau aus BauBuche, dessen regelmäßiges Stützen-Träger-Raster ein modulares Ordnungsprinzip definiert. Dieses Primärtragwerk gewährleistet eine effiziente Lastabtragung und erlaubt durch die Trennung von Tragstruktur und Ausbau eine langfristige Anpassungsfähigkeit des Gebäudes.

Der Entwurf basiert auf der Geometrie des Würfels, die durch Rasterung und axiale Ordnung zu einer klaren, modularen Gesamtfigur entwickelt wird. Aus diesem System entstehen zwei sich durchdringende kubische Volumen. Der rückwärtige Baukörper nimmt die Archiv- und Magazinflächen auf, während der vordere Kubus öffentliche Funktionen sowie Büro- und Verwaltungsbereiche beherbergt. Beide Volumen folgen derselben konstruktiven Logik und sind strukturell eng miteinander verbunden.

Die Überschneidung der beiden Körper bildet die zentrale Erschließungszone und vermittelt zwischen Öffentlichkeit und Archivkern. So entsteht eine klare funktionale Zonierung innerhalb eines einheitlichen Tragwerksprinzips.

Die Fassade ist als Pfosten-Riegel-Konstruktion mit Structural Glazing aus dem konstruktiven Raster heraus entwickelt. Das Fassadenmodul entspricht dem Grundmaß des Tragwerks und führt die innere Ordnung konsequent nach außen. Pfosten und Riegel verlängern das Skelett in die Gebäudehülle und machen die Struktur ablesbar. Die flächenbündige Verglasung betont die tektonische Präzision und unterstreicht die konstruktive Klarheit des Entwurfs.

Die Gebäudehülle ist damit keine additive Schicht, sondern direkte Konsequenz des inneren Systems – ein präzises Zusammenspiel von Konstruktion, Raumorganisation und architektonischem Ausdruck.



Laya Scharrenbroich & Linus Klie

Der Entwurf für das neue Stadtarchiv Potsdam versteht sich nicht nur als Ort des Bewahrens, sondern zugleich als öffentlicher Wissens- und Aufenthaltsort. Neben der sicheren Lagerung historischer Archivalien entsteht ein Gebäude, das Wissen zugänglich macht, Austausch fördert und unterschiedliche Nutzungen miteinander verbindet. Im Mittelpunkt steht der Gegensatz von Schutz und Offenheit, der räumlich und materiell ablesbar wird.

Zentrum des Gebäudes ist ein massiver Ziegelsteinkubus, der die Archivalien aufnimmt. Dieser introvertierte, klimatisch kontrollierte Kern steht sinnbildlich für Dauerhaftigkeit, Schutz und Beständigkeit. Um ihn legt sich eine offene Gebäudestruktur in Holzrahmenbauweise, die alle öffentlichen und kommunikativen Nutzungen aufnimmt. So entsteht ein klarer Dialog zwischen dem geschützten Archiv und den offenen Bereichen des Hauses.

Die Konstruktion basiert auf einem regelmäßigen Stützenraster von 2,50 Metern, das sowohl Klarheit als auch Flexibilität ermöglicht. Innerhalb dieses Systems entstehen zwei Raumtypen: kompakte 3×3-Raster-Räume für dienende Funktionen und Fluchttreppenhäuser sowie großzügige 3×5-Raster-Räume entlang der Fassade. Während die geschlossenen Räume bewusst zurückgesetzt und introvertiert gestaltet sind, profitieren die offenen Bereiche von natürlicher Belichtung und hoher Aufenthaltsqualität. Nichttragende Trennwände und Vorhänge ermöglichen eine flexible Anpassung an wechselnde Nutzungen.

Direkt am Archivkern befindet sich ein zweigeschossiges Foyer als sozialer Mittelpunkt des Gebäudes. Eine filigrane, freistehende Treppe verbindet die Ebenen miteinander. Bereits vom Eingang aus wird die in den Ziegelkern integrierte Bücherausgabe sichtbar und macht die zentrale Funktion des Archivs unmittelbar erfahrbar.

Auch die Materialität folgt dem räumlichen Konzept: Der massive Ziegelkern vermittelt Stabilität, Schutz und Ruhe, während die umliegende Holzstruktur Offenheit, Wärme und Anpassungsfähigkeit ausstrahlt. Die Konstruktion bleibt dabei bewusst ablesbar; Stützen, Träger und Deckenelemente bilden ein nachvollziehbares Tragwerk.

Der Holzrahmenbau ermöglicht einen hohen Vorfertigungsgrad, eine ressourcenschonende Bauweise sowie langfristige Flexibilität. Nichttragende Innenwände können verändert oder rückgebaut werden, ohne in die Primärstruktur einzugreifen. Dadurch bleibt das Gebäude dauerhaft anpassungsfähig und kann auf zukünftige Anforderungen reagieren.

Zur Südseite öffnet sich das Stadtarchiv mit einem öffentlichen Vorplatz zum Wasser und zur historischen Stadtmauer. Eine Abtreppung zum Ufer, Grünflächen und Aufenthaltsbereiche erweitern den Außenraum und stärken die Verbindung zwischen Stadt, Landschaft und Geschichte.

Der Entwurf verbindet einen geschützten, massiven Archivkern mit einer offenen und flexiblen Holzstruktur. So entsteht ein zeitgemäßes Wissenshaus, das Bewahren und Vermitteln vereint und den Spannungsbogen zwischen Dauerhaftigkeit und Offenheit architektonisch erfahrbar macht.



Mareike von Oheimb

Der Entwurf des Stadtarchivs Potsdam entwickelt sich aus dem historischen Kontext seines Standortes am Alten Stadtkanal und den auf dem Grundstück erhaltenen Relikten der ehemaligen Stadtmauer. Deren charakteristische Bogenstruktur bildet die Grundlage des architektonischen Konzepts und dient als Ausgangspunkt für die räumliche und konstruktive Organisation des Gebäudes.

Dabei werden die historischen Elemente nicht rekonstruiert, sondern in eine zeitgemäße Architektursprache übersetzt und neu interpretiert. Die so entwickelten Wand- und Bogenstrukturen erzeugen eine klare Ordnung, die sich durch alle Geschosse des Gebäudes zieht und ihm eine eigenständige Identität verleiht.

Als riegelförmiger Baukörper entlang der westlichen Grundstücksgrenze bildet das Gebäude gemeinsam mit der alten Stadtmauer einen öffentlichen Platz aus, der als Aufenthalts- und Begegnungsraum dient und Gebäude, Stadtraum sowie Wasser miteinander verknüpft.

Bei dem Archiv handelt es sich um einen massiven Backsteinbau mit zweischaligem Mauerwerk. Die Fassade wird durch bogenförmige Pfosten-Riegel-Verglasungen gegliedert, während der Schutz des empfindlichen Archivguts hinter geschlossenen Fassadenbereichen gewährleistet bleibt. Stichkappendecken führen das Motiv der Bögen auch in den oberen Geschossen fort.

So verbindet das Stadtarchiv historische Bezüge mit einer zeitgenössischen Architektursprache und schafft einen identitätsstiftenden Ort, der Vergangenheit und Gegenwart räumlich miteinander verknüpft.



Marie Eilers & Sophie Zahl

Der Entwurf für das Stadtarchiv Potsdam versteht das Gebäude als Haus des Wissens und der Erinnerung, das zwischen Öffentlichkeit und Schutz vermittelt. Grundlage des Entwurfs ist ein konsequent durchgearbeitetes Raster, das sämtliche Ebenen des Gebäudes bestimmt – von der Tragstruktur über die Grundrisse bis hin zur Fassade und den Geschosshöhen. Dadurch entsteht eine klare räumliche Ordnung, die den unterschiedlichen Anforderungen des Archivs eine präzise Struktur verleiht.

Der Baukörper schließt den städtischen Straßenzug an der Kreuzung ab und formuliert zugleich einen öffentlichen Freiraum am Wasser. Zweigeschossige Einschnitte gliedern das Volumen und drehen sich geschossweise um das Gebäude. Sie schaffen differenzierte Außenräume, lenken Licht in die Tiefe des Hauses und machen die innere Organisation nach außen ablesbar. Das zentrale Foyer verbindet die öffentlichen Bereiche mit den Arbeits- und Archivbereichen und ermöglicht Einblicke in die Prozesse des Archivs.

Die vorgehängte Keramikfassade mit profilierten großformatigen Elementen verleiht dem Gebäude je nach Distanz unterschiedliche Wahrnehmungsebenen – von einer ruhigen, skulpturalen Fernwirkung bis hin zu einer materiell differenzierten Nahansicht. Farbig abgesetzte Einschnitte betonen die räumliche Dynamik und die Offenheit des Hauses im Stadtraum.



Moritz Lohfink & Kjell Kristansson

Der Entwurf für das neue Stadtarchiv in Potsdam orientiert sich in seiner Positionierung an den bestehenden Häuserkanten und fügt sich parallel zur Straße sowie zur historischen Stadtmauer in das Stadtgefüge ein. Der Haupteingang ist zum ehemaligen Stadtkanal ausgerichtet, vor dem sich ein großzügiger Vorplatz öffnet. Die Farbgebung des Gebäudes greift die Beige- und Rottöne der umgebenden Bebauung auf und schafft so eine harmonische Einbindung in den Bestand.

Das Gebäude gliedert sich in ein längliches, eingeschossiges Sockelgeschoss und einen viergeschossigen, würfelförmigen Baukörper. Das klar ablesbare Erdgeschoss orientiert sich in seiner Höhe an der historischen Stadtmauer. Der Oberbau sitzt skulptural und gegenüber dem Sockel zurückversetzt auf dem Unterbau.

Im Erdgeschoss strukturieren vier Kerne die Grundrissorganisation. Sie bilden ein Kreuz zwischen Haupteingang, Anlieferung und den beiden Seiteneingängen. Daran anschließend ordnen sich die tragenden Wände scheibenartig an und definieren die einzelnen Raumbereiche.

Im Oberbau fügt sich das Magazin zwischen die vier tragenden Kerne ein. Ein umlaufendes Geschossband vom zweiten bis zum vierten Obergeschoss bietet Raum für zusätzliche Leseplätze. Die vorgehängten Aluminiumschotten, die sich von innen nach außen öffnen, lassen die Fassade je nach Blickwinkel offener oder geschlossener erscheinen.

Die tragenden Wände des Erdgeschosses werden als Vollziegelwände ausgebildet, während Dach und Oberbau in Stahlbeton ausgeführt sind. Die Pfosten-Riegel-Fassade des Oberbaus wird durch die vorgesetzten Aluminiumschotten ergänzt.

Durch seine klare Formensprache und seine maßstäbliche Einordnung fügt sich der Entwurf stimmig in den städtebaulichen Kontext ein und erscheint als selbstverständlicher Bestandteil des gewachsenen Stadtgefüges.



Pia Popken & Claire Wagner

Mit dem Neubau des Stadtarchivs am historischen Stadtkanal entsteht ein Haus des städtischen Gedächtnisses, das Bewahren und Begegnung räumlich miteinander verbindet. An der Schnittstelle von Wasser, Verwaltung und öffentlichem Raum entwickelt sich das Gebäude als offener, identitätsstiftender Baustein im Herzen Potsdams.

Die Erschließung erfolgt von Norden. Das Erdgeschoss öffnet sich mit Café, Ausstellungs- und Veranstaltungsbereichen zum Quartier und aktiviert den Stadtraum am Kanal. Ergänzt durch Sitzstufen und einen Anlegesteg entsteht eine direkte Verbindung zum Wasser, die das Archiv als niedrigschwelligen, öffentlichen Ort im Stadtgefüge verankert.

Im Inneren bildet ein großzügiges, lichtdurchflutetes Atrium das räumliche Zentrum. Es organisiert Erschließung, Orientierung und Blickbeziehungen und bringt natürliches Licht tief in das Gebäude. Die zentrale Sitztreppe wird zum Ort der Begegnung und Kommunikation und stärkt die öffentliche Qualität des Innenraums.

Die drei Vollgeschosse sind jeweils mit eigenständigen öffentlichen Funktionen belegt und bilden eine klare vertikale Abfolge: Im Erdgeschoss aktiviert das Café den Stadtraum, im ersten Obergeschoss entsteht ein ruhiger, lichtdurchströmter Lesesaal mit Bezug zum Atrium und zur Stadt, und im zweiten Obergeschoss erweitert ein Workspace das Archiv um eine produktive Arbeits- und Forschungszone.

Das begrünte und begehbare Dach integriert das Gebäude in seinen Kontext, verbessert das Mikroklima durch Regenwasserrückhaltung und Biodiversität und bietet zugleich Aufenthaltsqualität im Freien.

Zwei vertikal durchlaufende Archivkerne strukturieren das Volumen als klimatisch stabile und funktional präzise Körper. Sie durchstoßen alle Geschosse und sind in der Fassadengliederung klar ablesbar. Der analoge und der digitale Archivkern formulieren dabei die duale Struktur des Hauses und machen die innere Organisation des Archivs nach außen sichtbar.