FREIE MASTERARBEITEN
HAUS DES WEINES
Die Pfalz ist eine Hochburg der deutschen Weinkultur – bekannt für ihre Landschaft, Lebensfreude und Genusskultur. Im Zentrum steht Deidesheim, ein international beliebtes Weinstädtchen, in dem
sich Weinliebhaber und Prominente aus aller Welt treffen. Südlich des Ortes entsteht das „Haus des Weines“: eine Hommage an die Pfalz und architektonisches Aushängeschild der Region. Mitten in
den Reben gelegen, lädt es Besucher ein, in die Welt des Weins und die Kultur der Pfälzer einzutauchen.
Zentrales Element des Entwurfs ist die „goldene Fuge“. Sie steht sinnbildlich für den Schatz im Boden – die Mineralität, die den Charakter des Weins prägt. Der Baukörper öffnet die Erdschichten
und schafft einen Raum, der Wein, Architektur und Landschaft miteinander verbindet. Ein Teil des Gebäudes ist eingegraben, um das ideale Klima für Weinlagerung und -verarbeitung zu bieten.
Die Westfassade öffnet sich großzügig zum Eingangsbereich. Durch das Foyer fällt der Blick direkt auf die „goldene Fuge“, die das Gebäude durchzieht. Daran angeschlossen liegen Restaurant und
Vinothek mit Lounge und Bibliothek. Über verglaste Ausstellungsflächen gelangen die Besucher zum Seminarbereich des Önologischen Instituts mit Seminarräumen, Audimax und Gemeinschaftszonen. Auch
die Außenflächen entlang der Fuge bieten Platz für Verkostungen, Veranstaltungen und Begegnung.
Der zweite Gebäudeteil ist stärker in das Gelände eingelassen und beherbergt die Produktions- und Forschungsbereiche. Die Kellerei erstreckt sich über drei Ebenen, um die Abläufe der
Weinherstellung optimal zu unterstützen. Die Trauben gelangen direkt vom Weinberg über Rampen in die Pressanlagen, wodurch Lieferwege minimiert und Emissionen vermieden werden. Abfüllung und
Verpackung sind für Besucher einsehbar und vermitteln Transparenz im Herstellungsprozess. Angrenzend liegen Labore und Gastforscherstudios, in denen Qualitätskontrolle, Forschung an neuen
Rebsorten und nachhaltiger Weinbau stattfinden. Die Zusammenarbeit mit regionalen Partnern wie dem Winzerverein Deidesheim verankert das Projekt in der lokalen Weinwirtschaft.
Auch die Bauweise greift die regionale Identität auf. Die Dachflächen sind vollständig mit Reben bepflanzt, sodass keine Anbaufläche verloren geht. Die Fassade besteht aus Stampflehm und spiegelt
den Schichtenaufbau des Bodens wider, während ein Tragwerk aus Stahlbeton die massiven Dächer trägt.
Das „Haus des Weines“ verbindet Weinbau, Architektur und Landschaft zu einem sinnlichen Gesamterlebnis. Es steht für die besondere Weinkultur der Pfalz und markiert als visionärer Ort das Tor zum
Weinstädtchen Deidesheim.
KULTURQUARTIER MÜGGELSEE
Brauhaus - Akademie für Film & Theater
Die Aufgabe besteht in der Entwicklung eines Kulturquartiers, das eine Akademie für Film und Theater ins Zentrum stellt. Sie vereint Lehre, Produktion und Öffentlichkeit, macht künstlerische
Prozesse sichtbar und öffnet die Schwelle zwischen Bildung und urbaner Kultur.
Der Standort am Müggelseedamm 164–166 im Berliner Ortsteil Friedrichshagen liegt am südöstlichen Stadtrand, am Ende der Bölschestraße. Die Umgebung ist geprägt von Wohnen, Gastronomie und
kleinteiligem Einzelhandel. Durch die Nähe zum Müggelsee entsteht ein besonderer Ort, an dem Alltag und Freizeit aufeinandertreffen.
Der Entwurf ergänzt den Bestand um drei eigenständige Baukörper: eine Aufstockung, eine Erweiterung und einen freistehenden Solitär. Zusammen mit der historischen Bausubstanz entsteht ein
Ensemble, das durch eine offene, das Areal umspannende Kolonnade gefasst und verbunden wird.
Die Gebäudestruktur entwickelt sich in einer klaren vertikalen Abfolge und erzeugt unterschiedliche Atmosphären. Die Erdgeschosszonen öffnen sich mit kulturellen Angeboten zum öffentlichen Platz
und schaffen eine durchlässige Schnittstelle zwischen Stadt und Quartier. Aufenthaltsqualität und Blickbeziehungen weiten den Stadtraum und machen Kunst unmittelbar erlebbar.
Werkstätten und Arbeitsbereiche orientieren sich zum Innenhof und bilden geschützte Produktionsräume. Von den öffentlichen Bereichen im Erdgeschoss steigert sich die Architektur zu intimeren,
konzentrierten Arbeitszonen in den oberen Etagen. Sichtbare Verbindungen über Galerien und Sitztreppen fördern interne Kommunikation und kreativen Austausch. Wiederkehrende Probesäle und
Probebühnen lockern die Struktur auf und schaffen lebendige Orte innerhalb des Ensembles.
Eine besondere Rolle nimmt der Konzertsaal ein. Durch seine Größe und Nutzung bricht er die klare Staffelung der übrigen Baukörper auf, tritt als eigenständiges architektonisches Element hervor
und setzt einen markanten Akzent im Quartier.